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Unterricht

10 Grundgesetze für den erfolgreichen Unterricht in Nachrichtentechnik/Technische Informatik
bzw. in allen berufbildenden Fächern

  1. Unterrichtsplanung: Mache Dir ein klares Bild vom Adressatenkreis (Lernvoraussetzungen, Vorkenntnisse). Wenn Du dann die Unterrichtsstunde vom Anspruch her 2 Stufen tiefer ansetzt, ist es wahrscheinlich, dass ca. 50 % alles verstehen und sich fast alle Schüler beteiligen.
     
  2. Neue und komplexe Inhalte solltest Du immer anhand bekannter Analogien erläutern und diskutieren. Lernen/Verstehen bedeutet weitgehend Assimilation an Bekanntes (Piaget). Dieses Vorgehen fördert auch Transferdenken.
     
  3. Hole die Schüler möglichst immer am "Arbeitsplatz" ab (Unterrichtseinstieg), bleibe während des Unterrichts in seiner Nähe und bringe sie am Ende der Stunde dort wieder hin. Dann kapiert auch der trägste Schüler die Bedeutung dieser Stunde für seine berufliche Perspektive. Wenn das nicht geht, ist die ganze Stunde eventuell gar nicht so wichtig?!
     
  4. Aktiviere um jeden Preis alle Schüler. Greife Schülerantworten auf, lasse sie durch die (passiven) Schüler interpretieren, ergänzen, optimieren, zusammenfassen. Kernsätze sollten an der Tafel usw. festgehalten werden. Wie wird ggf. das Einstellungsgespräch Deiner Schüler verlaufen, wenn Du nicht permanent ihre Sprachkompetenz in dieser Hinsicht schulst?
     
  5. Deine Unterrichtsstunde gehört zu einer Unterrichtsreihe und ist gewissermaßen das Glied einer Kette. Behalte aus diesem Grund immer die Grundphänomene/ Zusammenhänge/ Strukturelemente sowie Ausgangspunkt und Ziel im Auge und integriere sie auch in diesen Unterricht. Nur so kannst Du und können Deine Schüler den Überblick behalten.
     
  6. Je mehr Faktenwissen Du vermittelst, desto weniger werden Deine Schüler Inhalte und Orientierungsvermögen behalten. Wichtig sind die tragenden Ideen und Konzepte, das Allgemeingültige, die Substanz, die Wertung der Stunde/des Inhalts. Reduziere das Faktenwissen ruhig auf das Prüfungsrelevante.
     
  7. Jedes Geschenk wirkt erst in der richtigen Verpackung. So ist es auch mit Deinem Unterricht. Es ist nicht unter Deiner Würde, Dir einige "Tricks" eines Entertainers anzueignen und anzuwenden (there is no business like showbusiness). Ein Gütesiegel Deines Unterrichts ist nämlich auch der Unterhaltungswert, weil die Schüler dann "spielend" lernen und nicht geistig wegtreten.
     
  8. Das richtige Konzept trägt Dich fast alleine durch den Unterricht. Operative Hektik kann Konzeptionslosigkeit nicht wettmachen. Nur zu oft gilt: Konzeptionslosigkeit mündet in operative Hektik.
     
  9. Die Fähigkeit von Sprache, Informationen zu vermitteln, wird weit überschätzt, vor allem in Kreisen von Gebildeten. Und nichts kann die Lücken schließen helfen, wenn die Dinge, die zur Sprache kommen, nicht der Art nach selbst erfahren wurden (Whitehead). Ein Bild sagt mehr als tausend Worte (Volksmund). Selbst jedes gescheiterte handlungsorientierte Schülerprojekt kann beim Schüler mehr bewirken als Dein phantastischer Lehrervortrag (Autor).
     
  10. Deinen jetzigen und künftigen Arbeitsplatz als Lehrer wirst Du nie so vorfinden, wie Du ihn gerne hättest. Du musst ihn Dir selbst gestalten. Alles, was zunächst für Deinen Unterricht zu fehlen scheint, kannst Du mit Einfallsreichtum wieder wettmachen. Mit langfristiger Zähigkeit wirst Du schließlich auch alles bekommen, was Du brauchst.
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